Unter dem Motto „ 20 Jahre Ostseekooperation- 20 Jahre Deutsche Einheit- Eine Erfolgsgeschichte für Mecklenburg-Vorpommern“ fand am 05.08.2010 im Steigenberger Hotel Sonne in Rostock das 10. Hanse Sail Business Forum statt.
Mehr als 300 Gäste aus Wirtschaft und Politik waren der Einladung zum Hanse Sail Business Forum gefolgt, das seit der Wende zum zehnten Mal vom Initiativkreis der Wirtschaft, der aus der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern, der Industrie- und Handelskammer zu Rostock sowie dem Unternehmerverband Rostock und Umgebung e.V. besteht, durchgeführt wurde.
Das Grußwort und den Eröffnungsvortrag „Chancen und Nutzen der Ostseekooperation für MV“ hielt Erwin Sellering, Ministerpräsident des Landes MV.
Ministerpräsident Erwin Sellering sagte, dass die gute Zusammenarbeit mit den Nachbarn rund um die Ostsee von Anfang an eine der wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Perspektiven für die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern und ein Schwerpunkt der Landesregierung gewesen sei.
„Es war gut und richtig, dass wir auf den Ostseeraum gesetzt haben. Wir haben in den vergangenen Jahren viele gute Kontakte aufgebaut. Diese große Vielfalt an Verflechtungen macht die Stärke der Ostseeregion aus. Aber wir dürfen nicht stehen bleiben. Deshalb ist es folgerichtig, dass die EU mit der Ostseestrategie jetzt einen weiteren Schritt macht, um Strukturen und Schwerpunkte zu profilieren und die Potenziale des Ostseeraumes noch gezielter zu erschließen“, erklärte Sellering.
Er warb dafür, die anstehende Revision der Transeuropäischen Transportnetze dafür zu nutzen, um den Ostseeraum in ein Kern-Netz einzubinden und dabei auch vorhandene Lücken zu schließen. Eine gute Lösung wäre ein Ostsee-Adria-Korridor über Rostock und Sassnitz als Verbindung von Skandinavien in den südosteuropäischen Raum.
Dr. Ulrich Seidel vom Unternehmerverband betonte, dass die EU-Kommission den zahlreichen Herausforderungen im Ostseeraum mit einer neuen Ostseestrategie begegnen will, denn viele Jahre nach der Erweiterung kämpft die Region mit Meeresverschmutzung, ausbaufähigen Verkehrsverbindungen, Handelshemmnissen oder eingeschränkten Energieverbundnetzen. In der Zusammenarbeit können weitere Potenziale erschlossen werden. „Ziel muss es daher sein, Entwicklungsrückstände aufzuholen und das Potenzial der Region besser auszuschöpfen. Dafür sind Kooperationen das geeignete Mittel“, hob Seidel hervor. „Das Hanse Sail Business Forum bietet hierfür eine gute Plattform und hat sich die Aufgabe gestellt, die Entwicklung der EU-Ostseestrategie zu unterstützen“, so Seidel weiter.
Rolf Paarmann, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Rostock, wies auf das hohe Wachstumspotenzial hin, das der Ostseeraum innerhalb der EU zeige. Dessen Bedeutung müsse in der europäischen und deutschen Politik stärker bewusst und nachhaltig präsent gemacht werden. „Die EU-Ostseestrategie bietet eine Chance für die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Ostseeraumes. Es liegt deshalb im Interesse der norddeutschen Wirtschaft, sich an der politischen Diskussion auf europäischer und nationaler Ebene zu beteiligen und unsere Stärken noch selbstbewusster nach außen zu vertreten“, sagte Paarmann.
Weitere interessante Beiträge lieferten u.a. Stefan Sanne von der Scandlines GmbH zum Thema „Fähren schaffen Verbindungen“, Prof. Dr. Wilhelm Steingrube von der Uni Greifswald zum Thema „Gemeinsame Tourismusprojekte- das Beispiel AGORA“, Dr. Till Backhaus zum Thema „Küstenschutz als Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung im Ostseeraum“ und Arno Pöker zum Thema „ Mecklenburg-Vorpommern und Dänemark im Ostseeraum“.
Das jährlich stattfindende Hanse Sail Business Forum ist der Entwicklung der Ostseeregion gewidmet und ist fester Bestandteil im Programm der Hanse Sail in Rostock.
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